Der osteopathische Ansatz


Leben zeigt sich in Form von Bewegung.

Wann immer sich etwas bewegt, wissen wir, dass es lebt. Der menschliche Körper funktioniert aufgrund seiner Fähigkeit Bewegungen auszuführen. Das gilt nicht nur für die Gelenke. Alle Körperstrukturen führen feine rhythmische, teils unwillkürliche Bewegungen aus. Das Herz schlägt kontinuierlich, die Lungen bewegen sich nach dem Atemrhythmus, der Magen vollführt peristaltische Bewegungen und Blut, Lymphe und Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit fließen entlang ihrer Bahnen. Jede Struktur kennt ihre eigene Bewegung und ihren eigenen Rhythmus.

Panta Rei [griech.] = alles, was lebt, strömt.

"Stillstand ist Rückgang" sagt ein Sprichwort. Fließendes Wasser wird immer erneuert und bleibt gesund. Stehendes Wasser hingegen wird trübe und zu einer Brutstätte für Mikroorganismen. Ein ähnlicher Vorgang vollzieht sich im Körper. Bereits ein kleiner Verlust an Beweglichkeit der Gewebestrukturen kann deren Funktionen beeinträchtigen und zu Symptomen führen.

Die Funktion Andrew Taylor Still hat oft den menschlichen Körper mit Bildern aus der Natur verglichen. Ein Beispiel: In jeden Fluss gelangen Zweige und Blätter, die mit dem Strom fließen; dies ist ein natürlicher Prozess. Wenn aber in diesem Fluss Hindernisse entstehen, kann dies zu einem Problem führen. Das Wasser fließt zwar weiter, aber die Blätter und Zweige können sich im Hindernis verfangen.

Ähnliches passiert im menschlichen Körper. Der natürliche Strom (Blut, Lymphe, Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit) wird durch die eingeschränkte Beweglichkeit von Gelenken, Organen und anderen Strukturen behindert, das Gewebe wird weniger durchblutet und der Stoffwechsel lokal gestört.

Die Ursachen einer eingeschränkten Bewegung können unterschiedlicher Art sein. Eine Verstauchung oder Verrenkung kann zu einer bleibenden Bewegungseinschränkung führen. Aber auch geheilte Entzündungen innerer Organe, Operationsnarben oder bestimmte Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten können die Beweglichkeit einschränken.